Tierosteopathie - Rheinhessen
                                                                  


Blutegeltherapie

 


Blutegel zählen zu den Ringelwürmern und können als erwachsene Egel eine Länge von bis zu 15 cm erreichen. Sie sind vorwiegend in Tümpeln und Teichen zu Hause. Dort ernähren sie sich vom Blut der Frösche, Kröten und Fische. Erwachsene Egel bevorzugen hingegen das Blut von Säugetieren oder Menschen.

Am Körper der Blutegel befinden sich an beiden Enden Saugnäpfe. Mit dem hinteren Saugnapf klammern sie sich an ihrem Wirt fest und im vorderen Saugnapf befindet sich die Mundöffnung, mit der sie tastend nach einer geeigneten Bissstelle suchen.

Im Mund der Egel zeigen sich drei Kiefer, auf denen etwa 80 winzigen Kalkzähnchen verteilt sind. Ausgerüstet mit diesen Werkzeugen können sie dann "kräftig zubeissen".

Glücklicherweise spüren die Gebissenen diesen Biss kaum, denn der Speichel der Egel enthält eine Substanz, die die Bissstelle umgehend betäubt.


Wirkungsweise

Hauptwirkstoff des Blutegelspeichels ist das gerinnungshemmende Hirudin, das in Verbindung mit dem Wirkstoff Calin ein bis zu 12-stündiges Nachbluten bewirken kann. Daher spricht man bei der Blutegeltherapie auch von einem Mikroaderlass.

Durch die gerinnungshemmenden Eigenschaften und das Nachbluten wird das Gewebe entschlackt, Giftstoffe und Ablagerungen werden abtransportiert und das Gewebe vermehrt durchblutet. Die Produktion von neuen Blutkörperchen wird angeregt und der behandelte Bereich vermehrt mit Sauerstoff versorgt.

Durch die Beschleunigung des Lymphstroms können auch Ödeme abgebaut und Blutergüsse behandelt werden. Weitere Wirkstoffe sind Bdelline und Egline die mit ihrer entzündungshemmenden Eigenschaft die Behandlung von Arthrosen mit Blutegeln in den Vordergrund stellen. Der Wirkstoff Hyaluronidase hat dazu eine stark gewebelockernde Eigenschaft, die zur Behandlung von Muskelschmerzen und Verspannungen genutzt wird.


Ablauf einer Blutegelbehandlung

Vor der Behandlung mit Blutegeln sollten alle Salben im betroffenen Bereich abgesetzt werden. Blutegel reagieren sehr empfindlich auf Gerüche oder „fremde“ Substanzen im Blut, was ein Anbeißen durchaus erschweren kann. So sollte auch auf die Zufütterung von z.B. Knoblauch, Ingwer oder bestimmter Medikamente (soweit möglich) einige Tage vorab verzichtet werden.

Auch die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten ist im Vorfeld abzuklären. Bei dickem Fell wird der Bereich, in dem die Blutegel angesetzt werden rasiert, bei dünnem, weichem Fell ist das oft auch gar nicht nötig und die kleinen Blutegel suchen sich ihren Weg an die Haut.

Nachdem die Blutegel „angebissen“ haben, kann das Saugen zwischen einer halben und ca. anderthalb Stunden dauern. In dieser Zeit kann der Blutegel das fünffache seines Eigengewichtes an Blut aufnehmen (ca. 8-10 ml).

Hat sich der Blutegel genügend vollgesaugt, lässt er zuerst sein Hinterteil hängen und fällt einige Zeit später ab. Keinesfalls sollte er während des Saugvorgangs vorzeitig von der Bissstelle gewaltsam abgenommen werden, da der Blutegel dann unter Stress gerät und es vorkommen kann, dass er den Darminhalt in die Bissstelle entleert!


Bei folgenden Erkrankungen können Blutegel helfen :


  •  Arthrose/Arthritis
  •  Diskopathie
  •  Cauda Equina
  •  Sehnenentzündungen /-verletzungen
  •  Muskelentzündungen
  •  Muskelverspannungen
  •  Meniskus- und Kreuzbandprobleme
  •  Hüft- und Ellbogendysplasie
  •  Bursitis
  •  Spondylosen / Kissing Spines
  •  Einschüsse
  •  Abszesse
  •  Rehe
  •  Ödeme/Blutergüsse
  •  Neuralgien
  •  u.v.m.